Hier berichten die Herren "inteam".
Den Auftakt machte Jan Philipp Rabente mit Berichten von der EM aus Amsterdam. Es folgte ein Exklusiv-Interview zum Saisonstart mit Jan Gehlen. Nun berichtet Tobi Franzke aus
Madrid.
Hallo liebe Uhlen,
ich melde mich heute mal inteam von meinem halbjährlichen Praktikumsaufenthalt in Madrid. Die erste Hälfte meines Aufenthalts ist nun bereits vorbei und ich denke es ist Zeit für einen kleinen Rückblick bzw. Ausblick auf das was noch vor mir steht bis ich Anfang Februar 2010 wieder nach Deutschland zurückkehren werde.
Beginnen möchte ich mit meinem eigentlichen Grund des halbjährlichen Intermezzos: meinem Pflichtauslandspraktikum. Dieses ist fester Bestandteil meines Studiengangs „International Business and
Management Studies" im niederländischen Venlo. Freundlicherweise wurde ich seinerzeit vom Deutschen Hockey Bund bei der Praktikumssuche unterstützt, sodass ich letzten Endes bei BDO, einem
Wirtschaftsprüfungsunternehmen welches ein großer Sponsor des internationalen Hockeysports ist, gelandet bin. Da das tägliche Geschäft hier in den Büros in Madrid natürlich auf Spanisch abläuft,
habe ich mich dazu entschlossen vor dem Praktikumsbeginn mein ehr dürftiges Schul-Spanisch anhand eines Intensivkurses mit einer Übersetzerin aufzufrischen. So hatte ich im August jeden Tag zwei
Stunden Unterricht, was sich wie sich schon schnell zeigte auf mein Spanisch-Niveau positiv auswirkte. Seit September bin ich nun hier bei BDO Audiberia im nationalen Hauptquartier als
Wirtschaftsprüfer tätig. Eine meiner Hauptaufgaben hier ist das für einen Praktikanten übliche Kaffe kochen für die Manager...Nee Spaß bei Seite zum Glück kommt dieses weitverbreitete Phänomen
nicht zum tragen. Ich bin von meinen Arbeitskollegen gut aufgenommen worden und werde in die alltäglichen Aufgaben der Wirtschaftsprüfer eingebunden und stehe immer als Hilfskraft zur Verfügung.
Da ich nicht an einen einzelnen Kunden gebunden bin, erlange ich einen generellen Einblick in unterschiedlichste Abläufe des Unternehmens. Zusammenfassend kann man sagen das mir die
Praktikumsstelle Spaß macht. Kurze Info für Kampi: Es ist erstaunlich, hier arbeiten keine Paragrafenreiter mit Nickelbrille sondern ganz normale Menschen. Man muss wissen, dass Kampi etwas
besorgt um mich war das ich genau so aus Madrid wiederkomme, da ja schon eine gewisse Vorbelastung meinerseits mit der Position des Mannschaftskassenwarts einherging.
Als nächstes möchte ich ein über das Wetter berichten um euch ein wenig neidisch zu machen. Ich hatte dieses Jahr das große Glück einen ungewöhnlich heißen und langen Sommer genießen zu dürfen.
Im August und September was es mit konstant über 35 Grad schon manchmal unerträglich heiß. Im Oktober ging die Temperatur dann langsam runter. Allerdings hatten wir Mitte Oktober noch einmal ein
Wochenende wo die 30 Grad Marke geknackt wurde. Das ist sowieso ein Phänomen, was ich beobachten konnte: In Deutschland beschwert man sich ja häufig, dass es unterhalb der Woche wenn man arbeiten
muss oder in der Uni sitzt schönes Wetter gibt und am Wochenende dann plötzlich das Wetter schlechter wird. Irgendwie habe ich hier genau das Gegenteil im Gefühl. Im Moment haben wir so zwischen
15-20 Grad. Ohne zu untertreiben, es hat glaube ich bis jetzt erst so um die zehnmal geregnet seit ich hier bin und wenn dann auch immer nur einen halben Tag.
Bevor ich mit dem sportlichen Teil meines Berichts beginne noch kurz ein Wort zu meiner Unterbringung. Ich wohne in einer Wohnung am westlichen Rande von Madrid in der Nähe des Hockeyvereins und nur 30 Minuten mit der Metro vom Arbeitsplatz entfernt. Meine Mitbewohner sind zwei argentinische Hockeytrainer des Vereins. Einer der beiden ist lustigerweise auch mein Torwarttrainer. Wir verstehen uns super und das Klima in der Wohnung ist familiär.
Sportlich gesehen läuft bei mir auch alles Bestens. Ich stehe derzeitig mit der Mannschaft auf dem dritten von sechs Tabellenplätzen. Man muss wissen, dass seit diesem Jahr die erste spanische Hockeyliga in zwei Gruppen à sechs Teams aufgeteilt ist. Die jeweils besten drei qualifizieren sich für die Playoffs, die im nächsten Jahr stattfinden. Die jeweils letzten drei spielen die Playdowns. Sollten wir den dritten Platz halten können (es stehen noch vier der insgesamt zehn Vorrundenspiele aus), würde man das Saisonziel des Klassenerhalts schon vorzeitig erreichen. Was sicherlich ein Achtungserfolg für einen Aufsteiger ist. Vor allem wenn man betrachtet, dass man mit Club de Campo, Athletico Terrassa und Complutense recht starke Gegner in der Gruppe hat. Das Highlight bisher war sicherlich der Punktgewinn beim 1:1-Unentschieden gegen Club de Campo, der als Titelanwärter gehandelt wird und mit einigen internationalen Stars, wie z.B. Guillermo Schickendantz, Edi Tubau und dem deutschen Sebastian Biederlack, gespickt ist. Generell kann man sagen, dass mir hier während der Spiele nicht langweilig wird, da die Mentalität Hockey zu spielen hier schon eine andere ist. Es wird sehr offensiv gespielt und die Defensive kommt da manchmal ein bisschen zu kurz, was aber nicht schlimm ist, da ich ja auch hier bin, um mich sportlich weiterzuentwickeln. Die Struktur der Teams hier ist im Prinzip bei allen gleich. Ohne internationale Verstärkung allen voran aus Argentinien, Frankreich und Deutschland wäre hier kaum ein Club konkurrenzfähig. Unser Team „Club Hockey Pozuelo" selbst hat drei Argentinier, einen Franzosen, einen Portugiesen und mich als externe Spieler in seinen Reihen. Alle externen Spieler sind entweder oder waren Nationalspieler. Hinzu kommt noch eine Mischung aus jungen und erfahrenen spanischen Hockeyspielern. Alles in allem eine recht homogene Truppe wie ich denke und derzeitig gibt uns der Erfolg ja auch recht. Wir haben uns am vergangenen Wochenende durch das Unentschieden im Spiel auf den kanarischen Inseln vorzeitig für den „Copa del Rey" (vergleichbar mit dem DFB-Pokal im Fußball) qualifiziert. Als Gewinn in dieser Extra-Spielform winkt neben einem wirklich großen Pokal auch die direkt Qualifikation für die EHL. Hallenhockey findet hier so gut wie nicht statt.
Abschließend möchte ich noch kurz auf eine Thematik eingehen, die sich im Verlauf der letzten drei Monate leider noch verhärtet hat: Da es seit dieser Spielzeit eine Regeländerung in der ersten Bundesliga Herren gibt, welche einen Wechsel zur Rückrunde verbietet, werde ich in dieser Saison voraussichtlich nicht mehr das Uhlen-Tor hüten können. Ich selbst habe mich bis vor zwei Wochen noch intensivst darum gekümmert beim Deutschen Hockey Bund eine für mich zufriedenstellende Lösung zu finden, allerdings leider ohne Erfolg. Dies ist natürlich sehr ärgerlich, aber ich muss nun schauen das ich das Beste aus dieser Situation mache.
Zum Schluss wünsche ich der Mannschaft und den Fans heiße und packende Partien unter dem Hallendach und allen voran natürlich viel Erfolg!!! Ich selbst werde in dem Heimspiel am 20. November gegen Rheydt und im Auswärtsspiel am 22. November in Krefeld mir ein Bild von der Verfassung der Mannschaft einholen, da ich mich an diesem Wochenende für einen Kurzaufenthalt in Deutschland befinde. Ich würde mich natürlich freuen möglichst viele der Uhlen-Familie bei den Spielen zu sehen.
Bis dahin verbleibe ich mit einem schönen Gruß aus Madrid,
Tobias Franzke
Foto: Ralf Fleckhaus
Die Buli-Saison 09/10 steht in den Startlöchern. Die Uhlentruppe hat ihre Vorbereitung abgeschlossen und ist heiß auf den Auftakt im heimischen Waldstadion. Mit dem Berliner Hockeyclub kommt direkt ein unbequemer Gegner in die Ruhrmetropole. htcu.de hat nachgefragt: Abwehrchef und Routinier Jan Gehlen stand Rede und Antwort zur sechswöchigen Schinderei unter dem Coach-Tandem Henning/Henning und Schleifer Brosius, sowie zu den Aussichten für das Wochenende und die Saison.
htcu.de: Jan, ihr habt jetzt sechs Wochen Vorbereitung hinter euch gebracht. Wie lief es und seid ihr bereit für die Saison?
Jan Gehlen: Insgesamt würde ich die Vorbereitung dieses Jahr als eher durchwachsen bezeichnen, da wir nie in voller Besetzung trainieren und vor allem spielen konnten. Ein deutlicher
Schritt nach vorne, wie wir ihn in den letzten Vorbereitungen gemacht haben, blieb leider aus. Dennoch glaube ich, dass wir gut in die Saison starten können. Vor allem athletisch haben wir nochmal
eine Schippe draufgelegt und spielerisch ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir unsere Fähigkeiten abrufen können.
htcu.de: Mit Ingo Stralkowski und Niklas Kemper habt ihr zwei Rückkehrer, die lange nicht dabei waren und mit Jannik Otto ein völlig neues Gesicht im Team. Wie konnten die drei integriert
werden?
Jan Gehlen: Jannik konnte leider nur wenig mitmachen, da er verletzt ausfiel. Ich denke aber, dass er sich schnell einfügen wird.
Ingo und Niki sind noch nicht bei 100 Prozent, aber durch alle drei hat unser Kader enorm an Tiefe gewonnen.
htcu.de: Welches Ziel habt ihr mit dieser verstärkten Truppe für die Spielzeit 09/10 ausgegeben?
Jan Gehlen: Wir wollen so früh wie
möglich die Teilnahme an den Playoffs klar machen und dann von Spiel zu Spiel sehen was geht.
htcu.de: Wie fühlst du dich persönlich zum Auftakt?
Jan Gehlen: Erstmal freue ich mich einfach, dass es los geht und habe Vertrauen
ins Team. Ich selbst fühle mich gut und bin bereit für die Saison.
htcu.de: Am Samstag ist der BHC zu Gast im Mülheimer Hexenkessel. Was erwartet euch?
Jan Gehlen: Gegen Berlin sind es immer schwierige Spiele, die oft am Ende eng sind. Sie haben eine technisch und athletisch starke Truppe zusammen.
Ich erwarte ein schweres Schweinespiel.
htcu.de: Im englischen spricht man vom „key factor", der über Sieg oder Niederlage entscheidet. Was denkst du ist am Wochenende der Schlüssel zum Erfolg?
Jan
Gehlen: Ich glaube die Standards werden den Unterschied machen. Über eine guten Eckenoffensive und -defensive gewinnt man diese Partie.
htcu.de: Zum Abschluss dein Tipp.
Jan Gehlen: 3:1 für die Eule.