Der UHC Hamburg gewann im ersten Herren-Halbfinale bei der DM-Endrunde in Berlin am Ende eindeutig mit 11:4 gegen Uhlenhorst Mülheim.
Im ersten Halbfinale bei den Männern kam es zu einem Klassiker zwischen dem Uhlenhorst Hamburg und dem Uhlenhorst Mülheim. Nachdem die Hamburger im Finale letzten Jahres dem Club an der Alster in
letzter Minute unterlegen waren, starten sie bei dieser Endrunde einen neuen Versuch endlich den Hallentitel zu holen, dabei musste die Hamburger auf ihren Superstar Moritz Fürste verzichten. Das
Team aus Mülheim galt bei vielen als der erste Titelfavorit.
Am Beginn war deutlich zu sehen, dass beide Mannschaften großen Respekt voreinander hatten, so dass beide auf eine kompakte Defensive achteten. Sobald die Hamburger Druck machten, hatte Mülheim
Probleme einen geordneten Spielaufbau hinzukriegen.
Folgerichtig schoss Ricardo Nevado das 1:0. Daraufhin erhöhte Mülheim den Druck, jedoch fand der UHC immer wieder Lücken so dass sie zu Chancen kamen und Jonas Fürste in der 15 Minute auf 2:0
erhöhen konnte. Danach zogen sich die Hamburger immer weiter zurück blieben aber durch schnelle Gegenstosse durchgehend gefährlich. So entstand auch das 3:0 durch Nevado, der den Ball nach einem
Pass von Miltkau nur noch einschieben musste. In der 28 Minute wurde die erste Ecke verwandelt von Nevado so dass der UHC auf 4:0 erhöhte.
Im direkten Gegenzug rettet Breitenstein gegen Otto auf der Linie. Rühr machte seine Sache eine Minute später nach einer Einzelaktion besser und traf zum 4:1, das auch gleichzeitig das
Halbzeitergebnis war. Zu dem Zeitpunkt ging das Ergebnis insgesamt in Ordnung, da der UHC cleverer spielte und den Mülheimern wenig einfiel.
In der zweiten Halbzeit machten die Mülheimer von Anfang an Druck und ihre Körpersprache deutet auch an, dass sie noch an ihre Chance glauben. In der 35. Minute konnten sie es auch in Zählbares
ummünzen - durch ein Tor von Rabente. Und kurz darauf traf Stralkowski mit der Rückhand.
Die Hamburger schien verunsichert. Aber Miltkau konnte durch ein traumhaften Stecher den Vorsprung wieder ausbauen. Breitenstein hatte sogar die Chance die Führung noch weiter auszubauen,
scheiterte aber vom Siebenmeterpunkt gegen den glänzend reagierenden Reuß im Mülheimer Tor.
In der 45. Minute kam es zu einer strittigen Szene, die Mülheimer forderten Ecke und auch die UHCer stoppten kurzzeitig mit dem Spielen, so dass Reuß den Ball locker am Fuß hielt im eigenen
Kreis. Miltkau schaltete am schnellsten und klaute ihm den Ball und hatte keinerlei Probleme diesen im Tor unterzubringen.
Rabente konnte den Abstand nochmal verkürzen, jedoch hatte Mülheim weiterhin Probleme gegen die kompakte Defensive des UHC und konnte auch nicht die brandgefährlichen Konter der UHCer
unterbinden.
In der 48. Minute sorgte Joni Fürste durch einen Doppelpack für die Vorentscheidung. Das Spiel wurde immer hektischer und war durch kleine Unterbrechungen geprägt in der Phase. Obwohl die
Mülheimer stark Druck auf den UHC ausübten, kam der UHC zu besseren Chancen und erhöhte seine Führung auch weiterhin durch Fürste. In den letzten Minuten erlaubte sich der UHC sogar, den stark
haltenden Torwart Nicao Jacobi auszuwechseln und Ersatzmann Morrice einzuwechseln. Dieser hielt auch prompt eine Ecke von Europameister Stralkowski. Im direkten Gegenzug erzielte Miltkau den
Endstand zum 11:4 nach einer Eins-gegen-Eins Situation gegen den Torwart.
Die Hamburger feierten damit den zweiten Finaleinzug in Folge und dies auch vollkommen zu Recht, da den Mülheimern nichts Effektives gegen die clever spielenden Hamburger ausrichten konnten. Die
Hamburger blieben das ganze Spiel über gefährlich, egal welche Spieler auf dem Platz waren.
Riskiert Kopf und Kragen: Felix Reuß (Foto: C. Windfeder).
Seit Beginn der Feldsaison haben unsere 1. Herren einen neuen Stamm-Torhüter – und er ist gleich voll eingeschlagen. Es wird Zeit, Felix mal näher kennenzulernen!
Hast du nach deiner sensationellen Leistung im Viertelfinale mit 3 gehaltenen 7-Metern irgendwelchen Blessuren davon getragen, nachdem dich ja sicher das ganze Team unter sich begraben hat vor Freude?
Das war eine sehr kuriose Geschichte. Ich habe während des Siebenmeterschiessens gar nicht richtig mitgezählt, wie viele Schützen schon ge-schossen hatten. Als der 4. BHCer dann verschoss, stürmte die Mannschaft auf mich zu und ich sagte: "Jungs, wartet mal, wir sind noch nicht durch. Ihr müsst noch mal zurück." Alle blieben einen Moment erschrocken stehen und dachten kurz nach, bevor mir dann auch endlich bewusst wurde, dass wir tatsächlich gewonnen hatten! Die Freude und der Jubel waren natürlich riesig. Das Begraben haben wir uns durch mein Verzählen sozusagen für die Endrunde aufgehoben...
Wie siehst du Eure Chancen bei der Endrunde?
Man hat in den Viertelfinals gesehen, dass die Top 8 Hallenteams (bis auf Lichterfelde) auf Augenhöhe spielen. Insofern ist so ein Turnier immer sehr von der Tagesform und dann auch vom nötigen Quäntchen Glück abhängig. Der UHC wird uns, denke ich, sehr liegen. Wir treffen auf ein Team das auch offensiv mitspielt. Ich glaube, nach dem Spiel in Berlin ist bei uns allen die Motivation noch mal ein Stückchen gewachsen, Deutscher Meister zu werden. So ein Match wie das, was wir erlebt haben, bringt viel wertvolle Erfahrung für die nächsten zwei engen Spiele und schweißt unheimlich zusammen. Deshalb bin ich sehr zuversichtlich für das Endrundenwochenende. Wir wollen auf jeden Fall den Titel!
Auf dem Feld 2. der Bundesliga zur Halbzeit, in der Halle unter den besten 4 Mannschaften in Deutschland - welche Bilanz ziehst du nach deinen ersten Monaten am Uhlenhorst?
Das ist sensationell. Natürlich habe ich es gehofft und mir das auch vor meinem Wechsel so ausgemalt. Wenn man die EHL auch noch dazu zählt, in der wir uns als Gruppenerster fürs Achtelfinale qualifiziert haben und in Rotterdam gegen Rotterdam spielen dürfen, ist das schon fantastisch. Ich kann also mit Leichtigkeit behaupten, dass sich der Wechsel gelohnt hat.
Wie kam es, dass du zum Uhlenhorst gewechselt bist? Was waren die Gründe?
Webster (Trainer André Henning, die Red.) hat mich angeschrieben, ob wir uns nicht mal treffen wollen. Das haben wir gemacht. Horst und Klaus waren auch mit dabei. Es wurde alles besprochen und ich habe mich dann relativ schnell für den Uhlenhorst entschieden. So eine Chance konnte ich mir nicht entgehen lassen, auch wenn die Entscheidung nicht ganz so leicht fiel. Gründe für meinen Wechsel waren zum Einen, dass ich in Nürnberg nur jedes zweite Spiel gemacht habe und dass in dieser Saison 11/12 sogar "nur" in der 2. Bundesliga gewesen wäre. Außerdem wollte ich mich noch mal weiter entwickeln. Das geht als TW eigentlich nur wenn man dauerhaft auf gutem Niveau unter Druck steht. Das mich dann der Uhlenhorst angesprochen hat, der derzeit so gut aufgestellt ist und sehr realistisch um Titel spielt, war für mich natürlich ein Glücksfall.
Wie gefällt es dir in Mülheim und am Uhlenhorst? Hat dich etwas überrascht?
Am Anfang war ich schon ein wenig von Mülheim und dem Ruhrpott überrascht. Es ist eben doch eine Umstellung hier her zu kommen und dann auch noch aus Bayern... (sogar aus Franken! Anmerkung der Redaktion). Mittlerweile habe ich mich aber eingelebt und fühle mich sehr wohl. Meine Wohnung ist einen Steinwurf vom Club entfernt und über die kulinarischen Örtlichkeiten in meiner Gegend weiß ich mittlerweile bestens Bescheid. Der Uhlenhorst ist dem NHTC sehr ähnlich. Ein familiärer Club, der sich mit sehr viel ehrenamtlichem Engagement auf den Beinen hält. Trotzdem geht es hier professioneller zur Sache als ich das bisher gewohnt war. Aber wahrscheinlich braucht man diese Spur mehr Professionalität um so gut da zu stehen.
Was machst du hier - außer natürlich Hockey-spielen, als Torwarttrainer arbeiten und auch noch als Trainer der C-Knaben?
Nebenbei studiere ich noch Wirtschaftsingenieurwesen an der HRW in Mülheim und bin Sportsoldat.
Und was vermisst du hier am meisten?
Am meisten vermisse ich natürlich meine Familie und Freunde. Da wir eigentlich jedes Wochenende Spiele haben und dann auch noch die Klausuren in der Uni dazu kommen, bleibt da wenig Zeit, die
Familie und Freunde zu besuchen. Dank Internet kann man den Kontakt trotzdem gut aufrechterhalten. An zweiter Stelle würde ich dann schon das leckere bayerische Essen vermissen. Die Spezialitäten
des Ruhrpotts habe ich immer noch nicht rausgefunden (so, Ihr Mütter der 1. Herren-Spieler: zeigt dem Felix mal, was es so Leckeres gibt hier bei uns! – Aufruf der Redaktion!).
Waren schon Freunde und Familie da? Wie sehen sie deine Entscheidung, hierhin zu kommen?
Meine Eltern sind eigentlich sogar recht oft hier. Meistens verbinden sie einen Besuch mit einem meiner Spiele. Sie und auch meine Freunde konnten das absolut verstehen und haben mir sogar teilweise dazu geraten, diese Chance zu nutzen. Insofern ist mir da keiner Böse. Das ist auch gut so, sonst wäre die Entscheidung schwerer gefallen.
Die Eule ruft - Januar 2012
Die Kollektion ist komplett. Nach dem Gewinn der Hallenweltmeisterschaft im vergangenen Jahr in Posen genoss Thilo Stralkowski vom Hockey-Bundesligisten HTC Uhlenhorst am Sonntagnachmittag in der ausverkauften Arena Leipzig den nächsten Ritterschlag auf internationalem Parkett.
Mit dem 4:0-Finalsieg gegen Tschechien holte die deutsche Nationalmannschaft zum 13. Mal den Titel des Europameisters. Mit dem Treffer zum 3:0 (EM-Tor Nummer fünf) hatte der 24-jährige Mülheimer die DHB-Auswahl von Bundestrainer Markus Weise endgültig auf die sichere Seite gebracht. Auch die Zahlen verweisen auf einen verdienten Turniersieger. Die Deutschen gewannen alle fünf Spiele und machten das Treffen auch mit dem Torverhältnis von 32:7 zur Chefsache.
Wie sich doch die Bilder beim Showdown in Leipzig unterschieden. Die Favoritenbürde sorgte bei den Gastgebern vor dem Anpfiff schon für eine gewisse Anspannung. Die machte auch vor Thilo Stralkowski nicht halt, der beim Abspielen der Nationalhymne tief durchatmen musste. Ganz anders die Befindlichkeit nach der Vollzugsmeldung. An der Hand von Torhüter Nicolas Jabobi vom UHC Hamburg, der seine souveräne Leistung hoffentlich nicht am kommenden Samstag in Berlin im DM-Halbfinale gegen die Uhlen wiederholen wird, und Florian Woesch vom Mannheimer HC bedankte sich das Urgewächs des HTC mit einem breiten Lächeln beim tollen Publikum. Und bei der folgenden Siegerehrung bekam der Pokal ein Küsschen, als er beim Stürmer angekommen war. Doch nicht genug der Küsschen. Auch Freundin Franziska Hauke bekam aus gegebenem Anlass eines. Die Spielerin von Rot-Weiss Köln war zuvor mit der DHB-Auswahl gegen Weißrussland ebenfalls Europameisterin geworden. Anschließend machten sich die beiden Champions mit dem Auto auf die lange Rückreise, am Montagmorgen um 9 Uhr muss Stralkowski wieder bei der Flugschule antreten. Im Hockeysport liegen große Erfolge und die Berufsausbildung nur um Nuancen auseinander.
Für Stralkowski war es ein verdienter Finalsieg mit einem gewissen Anlauf. „Gegen die tief in der Abwehr stehenden Tschechen war das die erwartet schwere Aufgabe. Wir wussten, dass wir Geduld brauchen, in der zweiten Halbzeit hat sich das ausgezahlt. Wie schon bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr in Polen hat das großen Spaß gemacht. Das ist eine Supertruppe mit einem ausgeprägten Teamgeist.Wir haben verdient gewonnen, weil wir uns spielerisch gut entwickelt haben. In Leipzig herrschte eine super Stimmung und eine tolle Atmosphäre. Es ist schon ein bisschen schade, dass wir nicht viel feiern konnten und so schell nach Hause fahren mussten. Andererseits haben einige von uns mit der DM-Endrunde am Wochenende in Berlin die nächste schöne Aufgabe vor sich.“
Für die deutschen Hockeyspieler beginnt die Olympiavorbereitung bei der Hallen-Europameisterschaft. Für den Mülheimer Thilo Stralkowski zählt nur der Titel. "Wenn wir nicht den Titel holen, wäre das ein Desaster", sagt Stralkowski.
Thilo Stralkowski redet nicht lange herum. Der Hockey-Nationalspieler aus Mülheim nimmt keine Anleihe bei seinen um ein Vielfaches höher dotierten Kollegen mit dem größeren Ball, die nach den Fußball-Bundesligaspielen so gern wie häufig möglichst wenig sagen.
„Wenn wir bei den Europameisterschaften nicht den Titel holen, wäre das ein Desaster“, sagt er. Der 24-Jährige weist auch nicht darauf hin, dass es heute keine Kleinen mehr gibt. Die Goldmedaille muss bei der EM von Freitag bis Sonntag in Leipzig her, so wie es das deutsche Herren-Team bei zwölf von bisher 14 ausgetragenen Titelkämpfen bereits geschafft hat.
Vor zwei Jahren war die deutsche Mannschaft gescheitert. Damals hatte Markus Weise nur Juniorenspieler für die Hallen-EM nominiert, weil er seine stärksten Kräfte bereits auf die wesentlich wichtigeren Aufgaben auf dem Feld vorbereiten wollte. Diesmal ist alles anders, obwohl das deutsche Team zum Saisonhöhepunkt bei den Olympischen Spielen im Sommer in London wie in Peking vor vier Jahren zum Gold greifen will.
Weise, der erfolgreichste Hockeytrainer der Welt, der 2004 die deutschen Damen und 2008 die deutschen Herren zum Olympiasieg führte, hat für die EM in Leipzig zwölf Spieler nominiert, die gute Chancen auf einen Einsatz in London haben. „Die Hallen-EM ist eine gute Vorbereitung für uns“, sagt Stralkowski, „solch ein Turnier stärkt den Teamgeist. Und den brauchen wir bei Olympia.“
Stralkowski hat sich mit seinen starken Vorstellungen im Sommer 2011 in den Vordergrund gespielt. Der Stürmer vom HTC Uhlenhorst gehörte beim Gewinn des EM-Titels in Mönchengladbach zu den auffälligsten Spielern. Da er schon mit drei Jahren in Mülheim am Krummstock ausgebildet wurde, kann er seine ausgefeilte Technik sowohl in der Halle als auch auf dem Feld zur Geltung bringen. „Ich weiß gar nicht, wo ich lieber spiele“, sagt er, „aber die Turniere auf dem Feld haben natürlich einen viel höheren Stellenwert.“ Die Spielzüge in der Halle sind dagegen noch schneller, es fallen mehr Tore.
Gleich im ersten Gruppenspiel muss das deutsche Team gegen Österreich antreten. Die Österreicher hatten vor zwei Jahren den Titel gewonnen. „Jetzt kommen die deutschen nicht mit dem B-Team, sondern mit allen Stars. Da ist der Titel vorprogrammiert“, sagt Frank Hänel, der deutsche Trainer der Österreicher.
Thilo Stralkowski wird auch die Partien des Damen-Teams mit Interesse verfolgen, denn seine Freundin Franziska Hauke will ebenfalls die Europameisterschaft gewinnen. Allerdings wird es für die Damen nicht so einfach. Die besten deutschen Spielerinnen sind nicht in Leipzig, weil Bundestrainer Michael Behrmann mit ihnen bereits in die Olympiavorbereitung in Südamerika eingestiegen ist. Aber die Tür zu Olympia ist nicht endgültig zu, auch in Leipzig kann man sich empfehlen. Das hofft Thilo Stralkowski für seine Freundin: „Wir beide zusammen bei Olympia. Das wäre traumhaft.“
derwesten.de - Thomas Lelgeman
Kam, sah und traf: Ole Keusgen brachte sein Team per Last-Minute-Tor in die Verlängerung und verwandelte den entscheidenden Siebenmeter.
Und sie fahren schon wieder nach Berlin! Mit dem 9:7-Erfolg nach Siebenmeterschießen beim Berliner HC hat sich Hallenhockey-Bundesligist HTC Uhlenhorst in einem mitreißenden und spannungsgeladenen Match das Ticket für die ebenfalls in der Hauptstadt stattfindende DM-Endrunde verdient. Am Samstag, 21. Januar, treffen die Mülheimer im Halbfinale im Horst-Korber-Sportzentrum in Charlottenburg auf den UHC Hamburg, der sich am Samstag mit 8:7 nach Siebenmeterschießen gegen den SC Frankfurt 1880 durchgesetzt hatte. Das zweite Halbfinale bestreiten Rot-Weiss Köln (12:2 gegen den TuS Lichterfelde) und der Mannheimer HC (11:7 gegen den Harvestehuder THC).
„Wir haben gezeigt, dass wir in der Breite richtig gut besetzt sind. Das war ein ganz wertvoller Start in das neue Jahr“, frohlockte HTCU-Trainer André Henning nach dem Coup in der Sporthalle Schöneberg, wo die Gastgeber Trauer trugen, schließlich richten sie die DM-Endrunde aus und sind nun mit ihren Herren nicht dabei.
Dabei hatten die Berliner in der Anfangsphase der Partie Flagge gezeigt und nachdrücklich unterstrichen, dass sie sich von den Uhlen nicht den End- rundenspaß verderben lassen wollten. Der HTCU kam schwer in Bedrängnis, geriet folgerichtig in Rückstand und durfte sich bei Ecken-Killer Felix Reuß bedanken, dass er im Spiel blieb. Dann nahmen aber die Gäste Fahrt auf, der Ausgleich von Johannes Schmitz war das Signal zum Aufbruch, die folgenden Treffer von Thilo Stralkowski und durch den jungen und frech aufspielenden Jan Nitschke untermauerten die Dominanz der Westdeutschen auf dem Berliner Parkett. Pech für die Uhlen, dass dann der reguläre Treffer von Kapitän Jan Philipp Rabente keine Anerkennung fand, der irreguläre BHC-Treffer im Gegenzug aber sehr wohl. Rabente sorgte in der Schlussminute der ersten Halbzeit aber doch für eine einigermaßen beruhigende Führung.
Halbzeit zwei gehörte den Gastgebern, die Tor um Tor herankamen, zudem durch Bastian Timm beim Stand von 3:4 einen Siebenmeter vergaben (Reuß war zwischen den Pfosten auf dem Posten) und in der 55. Minute in Führung gingen. Der HTCU hatte offensiv nur ganz wenig anzubieten. Dafür dies von ganz hoher Bedeutung: In Überzahl erzielte der in dieser Phase zum Stürmer umfunktionierte Ole Keusgen nach 29-minütiger Torflaute der Uhlenhorster kurz vor Ende der regulären Spielzeit den Ausgleich. Und noch einmal verrichteten die Mülheimer in Schöneberg Maßarbeit. Mit der einzigen verwandelten Ecke an diesem Tag stellte Nationalspieler Thilo Stralkowski in der Verlängerung in der 74. Minute die Weichen auf Siebenmeterschießen. In dem hatten die Mülheimer die besseren Nerven. Und den besseren Torhüter!
HTCU: Reuß, Breisig - Keusgen, Matania, Rabente, Fürk, Otto, Fleckhaus, Stralkowski, Rühr, Schmitz, Nitschke
Tore: 1:0 (9.) Timm, 1:1 (20.) Schmitz, 1:2 (26.) Stralkowski, 1:3 (27.) Nitschke, 2:3, 2:4 (30.) Rabente, 3:4 (40., KE) Arnold, 4:4 (52., KE) Häner, 5:4 (55.) Timm, 5:5 (59.) Keusgen
Verlängerung: 6:5 (63., KE) Häner, 6:6 (74., KE) Stralkowski
Siebenmeterschießen: 0:1 Rabente, 1:1 Zwicker, 1:2 Stralkowski, Arnold scheitert an Reuß, Matania scheitert an Knobloch, Gomoll scheitert am Pfosten, 1:3 Keusgen, Häner scheitert an Reuß
Ecken: 7 (3 Tore)/6 (1 Tor)
derwesten.de - Gerd Böttner
Rudelbildung in der Hauptstadt: Die Uhlen sind am Sonntag vor erwarteten 1.000 Zuschauern auf sich allein gestellt.
Wenn es zur regen Reisetätigkeit und damit zum munteren Pendelverkehr zwischen Mülheim und Berlin kommt, hat damit nicht einer im Lager des Hockey-Bundesligisten HTC Uhlenhorst ein Problem. Über Berlin nach Berlin, so lautet die kollektive Zielsetzung. Mit einem Sieg am Sonntag (16 Uhr) auf dem ultraschnellen Parkettboden der Sporthalle Schöneberg im DM-Viertelfinale gegen Gastgeber Berliner HC wollen sich die Mülheimer für die DM-Endrunde am 21. und 22. Januar in eben der Metropole qualifizieren.
Die Ruhepause hat den geschlauchten Uhlen gut getan. Mal die Füße hochlegen, vorzugsweise die Seele baumeln lassen. So die speziell auf die Nationalspieler zugeschnittene Ausrichtung. Als in der Staffel West die letzten Tore fielen, hatten Jan Philipp Rabente, Benedikt Fürk, Thilo Stralkowski und Tobias Matania noch die Champions Trophy in Neuseeland in den Knochen.
Die schmerzen nun nicht mehr, der Kopf ist frei und der Blick geht zielgerichtet nach Berlin, wo mit dem Lösen des Finaltickets der große Coup gelingen soll. Ohne Frage, die Uhlen sind heiß. Heiß auf das Finale an der Spree und heiß darauf, die letztjährige Hallenrunde vergessen zu machen, als sie mit der Niederlage in Krefeld die Viertelfinal-Teilnahme verspielt hatten.
An den Voraussetzungen soll es nicht liegen, wenn es am Samstag um 13.30 Uhr mit dem ICE in Richtung Hauptstadt geht. Tobias Matania laboriert zwar weiterhin an leichten Patellasehnen-Beschwerden, doch sein Einsatz ist nicht gefährdet. Allein Abwehrspieler Jan Gehlen fehlt, der Routinier muss immer noch seinem vor Wochen erlittenen Kieferbruch Tribut zollen. Als gute Wegzehrung dienen die Eindrücke beim Testspiel am Dienstag gegen Rot-Weiss Köln (Viertelfinalgegner der Domstädter, die vor dem HTCU Platz eins belegt hatten, ist der TuS Lichterfelde), das die bärenstarken Uhlenhorster auf dem schnellen Boden der Halle Lehnerstraße souverän mit 13:7 gewonnen haben. Auf dem Parkett in Schöneberg geht es freilich noch schneller zu. Und noch heißer! Wobei das ganze Programm greifen kann mit regulärer Spielzeit, Verlängerung und Siebenmeterschießen. Einer muss die Halle als Sieger verlassen. Und einer als trauriger Verlierer.
„Das wird eine ganz enge Kiste, das ist ja immer so,wenn du beim Gruppen-Ersten antreten musst“, blickt HTCU-Manager Horst Stralkowski auf einen Gang der höchst anspruchsvollen Art. „Aber wir wollen die Chance beim Schopfe packen. Wenn bei uns der ganze Kader gegen die kompakt stehenden Berliner mit ihren Leistungsträgern Pilt Arnold, Martin Häner und Martin Zwicker funktioniert und wir die Breite aufs Parkett kriegen, dann haben wir eine reelle Chance.“
Für HTCU-Trainer André Henning ist das Viertelfinale der Einstieg in ein Jahr, dem er mit großen Hoffnungen und Erwartungen begegnet. „Wir alle erhoffen uns eine gute Titelausbeute. In der Halle, auf dem Feld und in der EHL liegen drei bereit. In allen drei Wettbewerben sind wir nicht chancenlos. Was die Halle betrifft, war ich immer am zurückhaltendsten. Aber das hat sich geändert. Wir sind guten Mutes, gut vorbereitet und haben ein gutes Gefühl, wiewohl die Hürde extrem hoch ist.“ Für den jungen Coach werden „in einem engen Match“ Kleinigkeiten den Ausschlag geben. „Entscheidend wird sein, wer den Tick cleverer ist und wer den Funken mehr Siegeswillen hat.“
Dass der BHC, der die Tabelle auf dem Feld anführt und dort ab Ende März als heißer Rivale der Mülheimer gilt, seinerseits seine Chance nutzen will, liegt auf der Hand. Zum einen gilt der Status als Gastgeber und Hausherr, zum anderen geht es aus Sicht der Berliner darum, eine große Blamage abzuwenden, schließlich ist der BHC Ausrichter der DM-Endrunde. „Für die wäre es doch ganz bitter, die Karten abzureißen und selbst nicht am Start zu sein. Die werden heiß ohne Ende sein“, so Horst Stralkowski.
Viel Glück beim Unternehmen zweimal Berlin hin und zurück!
derwesten.de - Gerd Böttner
Der Berliner HC ist in der Oststaffel erwartungsgemäß und ohne Punktverlust durchmarschiert. Dabei war man mit der beeindruckenden Tordifferenz von 103:44-Toren zudem äußerst souverän. Aber genau da liegt beim BHC oft das Dilemma – man wird in der Vorrunde nicht oft genug auf hohem Niveau gefordert. Ganz anders verhält es sich da für den Gegner. Die West-Staffel ist ungleich stärker besetzt und immer sehr ausgeglichen. Und so musste sich Uhlenhorst Mülheim – von nicht Wenigen vor dieser Saison als Titelkandidat Nummer eins ausgerufen – am Ende der Vorrunde mit Rang zwei „begnügen“ und reist nun zum Viertelfinale in die Hauptstadt. „Es treffen zwei Mannschaften mit Endrunden-Niveau aufeinander“, weiß BHC-Coach Friedel Stupp. „Beide haben das Potenzial dafür und beide sind superheiß darauf.“ Einen Gegner wie die Mülheimer hatte man bislang noch nicht vor der Brust in dieser Saison. „Die Konkurrenz im Osten war diesmal zu schwach, um sich an der bisherigen Leistungsstärke messen zu können“, so Stupp. „Mülheim ist eine absolute Topmannschaft.“ Personell sieht es für den BHC bislang gut aus.
hockeyliga.de
16. Dezember: Bisheriger Höhepunkt der Saison war das Derby gegen den Kahlenberger HTC. 2.500 Zuschauer lockte das Lokalduell in der RWE-Rhein-Ruhr-Sporthalle in beiden Begegnungen an. Beide Matches gewann der HTCU souverän und qualifizierte sich als Zweiter im Westen für die Play-Offs. Am kommenden Sonntag steigt das DM-Viertelfinale beim Berliner HC, das ein erfolgreiches Jahr 2012 einläuten soll.
23. Oktober: Das gab es seit 23 Jahren nicht! Der HTC Uhlenhorst gewann alle drei Feld-Titel im männlichen Jugendbereich. Die Jugend A siegte im heimischen Waldstadion mit 4:3 gegen den Berliner HC - mit dabei zahlreiche Spieler des Bundesliga-Kaders. Die Jugend B gewann 4:3 gegen Gastgeber Gladbacher HTC, auch hier waren Talente dabei, die im März in den Herren-Kader stoßen werden. Die Knaben A bezwangen die Zehlendorfer Wespen mit 2:1.
7.-9. Oktober: Die erste Runde der Euro Hockey League wurde im Waldstadion ausgetragen. Zwölf Teams kämpften vor zahlreichen TV-Kameras um den Einzug ins Achtelfinale. Der HTCU nutzte den Heimvorteil. In einer Regenschlacht wurde AHTC Wien besiegt, auch der spanische Meister Atlétic Terrassa hatte gegen die Uhlen in einem sehenswerten Match keine Chance. Das Team von Trainer André Henning qualifizierte sich für die nächste Runde, im Achtelfinale geht es an Ostern in Rotterdam gegen den Gastgeber weiter.
September: Die neue Saison begann mit einem Doppelschlag in Hamburg. Zwei Siege fuhren die Uhlen beim Club an der Alster und beim Uhlenhorster HC ein. Neuzugang Felix Reuß stach mit starken Paraden heraus. Nach guter Hinrunde überwintert der HTCU in der Bundesliga mit einem weniger absolvierten Spiel auf Rang drei.
Juli/August: Im Sommer waren die Uhlen für Deutschland aktiv. Höhepunkt: Der Gewinn der Europameisterschaft der Herren. Thilo Stralkowski und Benedikt Fürk gewannen den kontinentalen Titel vor 9.000 Zuschauern im Warsteiner Hockeypark. Bei der U18 EM in Utrecht wurden Christopher Rühr und Jan Nitschke Dritter. Rühr wurde zum besten Spieler des Turniers gewählt.
26. Juni: Die Unterstützung war meisterlich, den Titel eroberte der HTC Uhlenhorst jedoch nicht. Zum ersten Mal seit 14 Jahren standen die Mülheimer im Feld-Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, unterlagen dem Club an der Alster Hamburg mit 1:4. Hunderte Uhlenhorster Fans sorgte für fantastische Stimmung in Mannheim.
19. Juni: Sechs zu zwei. Es war d a s Highlight der Saison. Vor 1.500 Zuschauern im Waldstadion besiegte der HTC Uhlenhorst Halbfinalgegner Rot-Weiss Köln. Damit zogen die Uhlen erstmals seit 1997 ins Finale um die Deutsche Meisterschaft ein und sicherten sich das Ticket für die Euro Hockey League. Nach Jahren in den Niederungen des Hockeysports zeigten Team und Club: Wir sind wieder da.
4. Juni: Es war Tangas großer Tag. Aber auch der eines ganzen Clubs. Im DM-Halbfinale bei Rot-Weiss Köln drehte der HTCU einen 0:2-Rückstand. Mit Jan Gehlens Treffer nach Ablauf der Spielzeit zum 4:3 lagen die Mülheimer in den Play-Offs mit 1:0 vorne. Die Uhlenhorster Fans sorgten für eine fantastische Atmosphäre. Der HTCU stand mit einem Bein im Endspiel und damit vor dem erstmaligen Einzug in die Euro Hockey League.
27. März: Eine Woche vor dem Start in die Rückrunde der Feld-Bundesliga fand der 1. Sparkassen-Cup beim HTC Uhlenhorst statt. Ausschließlich Top-Teams nahmen teil, unter anderem der russische Meister und EHL-Teilnehmer Dinamo Kazan. Der HTCU gewann das Turnier dank eines Finalsiegs gegen den UHC Hamburg. Eine Wiederholung ist bereits fest geplant. Die zweite Auflage steigt im März 2012 und könnte zur Tradition im Bundesliga-Kalender werden.
Einige Tage zuvor testeten die Uhlen bei Hollands Star-Ensemble HC Bloemendaal. Nicht nur das Ergebnis (1:1) gegen die bereits in der Saison befindlichen Niederländer machte Lust auf mehr - das Team wurde heiß auf europäisches Hockey.
8. Januar: Das Jahr begann nicht besonders erfolgreich. Match eins in 2011 verloren die Uhlen beim Crefelder HTC. Es hagelte am Ende fast so viele Karten wie Gegentore.
Damit zogen die Seidenstädter ins DM-Viertelfinale ein, die Uhlen flogen als Dritter im Westen vorzeitig raus.
Wer in der Weihnachtspause Langeweile hat, kann sich viele aktuelle Matches der Bundesliga im Internet ansehen. Die Highlights der 1. Bundesliga (Damen und Herren) gibt es regelmäßig bei hockeyvideos.de
Direkt zu den Matches:
Die Veranstalter der Euro Hockey League haben die Spiele des K.O.16-Turniers terminiert. Der HTC Uhlenhorst trifft im Top-Spiel des Achtelfinals auf Gastgeber HC Rotterdam. Das Duell wird am Samstag, dem 7. April um 14.30 Uhr stattfinden.
Der Gewinner spielt am Ostermontag (9. April) um 14.30 Uhr gegen den Sieger der Partie zwischen Englands Vize-Meister East Grinstead Hockey Club und Frankreichs Champion CA Montrouge.
Im letzten Gruppenspiel beim Düsseldorfer HC gab es zwar eine Niederlage, am zweiten Tabellenplatz hat das für den HTC Uhlenhorst aber nichts mehr geändert. Nun geht es zum Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft nach Berlin. Das Match wird am Sonntag, dem 8. Januar um 12 Uhr in der Sporthalle Schöneberg ausgetragen.
Der Sieger zieht in die DM-Endrunde ein, die zwei Wochen später erneut in der Hauptstadt stattfindet, allerdings im Horst-Korber-Sportzentrum.
Sollten die Mülheimer gewinnen, träfen sie im Semifinale auf den Sieger der Partie zwischen dem UHC Hamburg und SC Frankfurt 1880. In den anderen Viertelfinals stehen sich der Mannheimer HC und der Harvestehuder THC gegenüber. Rot-Weiss Köln empfängt TuS Lichterfelde.
Alle Infos zur DM gibt es hier.